Nachts am Stausee Kleine Kinzig

Im Frühjahr diesen Jahres war ich schon mal nachts dort und wusste, dass im Sommer die Milchstraße, bzw. deren Zentrum dort etwas besser stehen würde.

Für Sonntag den 08.07.2018 war eine klare Nacht vorhergesagt. Der Mond war zwar mit nicht mehr ganz 25 % verhältnismäßig hell, aber durch den späten Mondaufgang – erst gegen halb 3 sollte der dem Blick auf eine tolle Milchstraße nicht in die Quere kommen. 🙂

Soweit mal die Planung.

Nach einer Stunde Fahrt in einen der abgelegensten Teile des Schwarzwaldes kam ich gegen 23:40 dort an. „Dort“ ist in diesm Falle aber erst am Parkplatz vor der Schranke. Zum Stausee geht es dann nur zu Fuß weiter. Etwa einen Kilometer. Dabei hat man immer genügend Zeit nachzudenken ob man denn alles dabei-, oder nicht doch was im Auto vergessen hatte. Aber wird schon alles dabei sein. Bisher war ja auch so ziemlich alles dabei. 🙂

Am See angekommen frischte dann dort auch der Wind ganz ordentlich auf. Mit einer glatten, spiegelnden Wasseroberfläche war da wohl trotz vorhergesagter Windstille wohl nicht unbedingt zu rechnen.

Nach weiteren 2,5 km Waldweg ging es dann „rüber“ auf die andere Seite des Stausees. Das zog sich ziemlich lange, gefühlt eine Ewigkeit. Real aber nur etwa stramme 30 Minuten von der Staumauer aus.

Dort galt es dann eine einigermaßen gute und nicht zu steile Stelle zu finden an der man zum Ufer runter kommt. Unten angekommen musste ich dann feststellen, dass es entgegen meiner vorherigen Annahme dort absolut windstill war. Ein Traum. Auch wenn der große See trotzdem leichten Wellengang hatte, war es eine einzigartige Stimmung. Dort ganz alleine den Sternenhimmel zu bestaunen. Man hörte nicht mal einen Vogel zwitschern. Absolut nichts. Grandios!

Dann machte ich mich auch gleich an die Arbeit ein Panorama aufzunehmen. Stativ ausgerichtet, Kamera mit Objektiv drauf montiert, Den programmierbaren Auslöser für die längere Belichtungszeiten rausgekramt, und das Kabel zur Kamera…? Ähm ja. Das Kabel. Wo ist das denn noch gleich? Oh. Offenbar zu Hause. Jedenfalls nicht im Rucksack. Ganz toll! Bravo.

Ohne längere Belichtungszeiten (länger als 30 Sekunden) wird das dort nichts mit dem Vordergrund! Bei dem See gibt es so dermaßen wenig Restlicht, dass es fast unmöglich ist, den Wald gegenüber vom See auf dem Foto festzuhalten ohne den ISO in „astonomische Höhen“zu drehen, was dann zu unschönem Bildrauschen in den Tiefen führt. Auch mit einer A7s.

Das war’s dann wohl mit einem tollen Panorama.

Kurzes Nachdenken.

Da gab’s doch mal was, dass man die Kamera auch per Smartphone mit „BULB“ auslösen lassen kann. Hatte ich gehört. Das hatte ich bisher noch nie gebraucht, geschweige denn ausprobiert. Ob das nur mit der Neuen geht oder etwa auch mit der älteren verwendeten A7s?

Mal schauen ob das Funktioniert. Länger als 30s in der App ausgewählt und plötzlich zeigte sich der virtuelle „Feststellknopf“. Und was soll ich sagen? Es klappte sogar! 🙂 Zwar ist das nicht so komfortabel wie mit fest programmierter Auslösezeit da man so immer selbst schauen muss wann man die Aufmahme beenden muss, aber das hat mir auf jeden Fall die ganze Aufnahme, nein wohl die ganze Nacht gerettet! 😉 Danke Sony! *Daumen hoch*

Hier evtl. an dieser Stelle eine kleine Anmerkung wie dunkel es dort ist: Den Vordergrund habe ich mit ISO 4.000, F2.0 und 4 Minuten belichtet.

Zwar frisst die Kamera mit eingeschaltetem WLAN etwas mehr Akku, aber das habe ich ja immer ausreichend dabei. Und sogar ne Powerbank fürs Smartphone. Da sollte also nichts schief gehen.

Als alle benötigten Aufnahmen fürs Panorama im Kasten waren, war das Handy voll und der 1. Kamera-Akku leer. Punktlandung. 😀

Gegen kurz nach 3 Uhr kam ich dann wieder am Parkplatz an, wo dann die Heimfahrt auf mich wartete.

Die Bilder mussten aber dann erstmal auf der Speicherkarte warten. Da wollte ich dann doch erstmal ins Bett! 😀

Zu Hause wurden dann – nach ausgiebigem Schlaf 12 Aufnahmen, 4 für den Vordergrund, 4 für den „Sternensee“ und nochmal 4 für den Himmel grob mit Lightroom vorentwickelt, in PTGui zusammengesetzt,  und dann der Feinschliff in PS und wieder Lightroom vollzogen.

Hier nun das Ergebnis:

Es war eine lange Nacht. Einmalige Stimmung. Wieder um einige Erfahrungen reicher. Und das Auslösekabel kommt so schnell nicht mehr aus dem Rucksack! 😉

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